Breitenberg von der Fallmühle

Breitenberg von der Fallmühle

Breitenberg durch den Nebel

Nachdem es die letzten Tage immer wieder geregnet hat und ich die letzten Wochenenden nicht zu Hause war, hab ich mich trotz des schlechten Wetters für eine Tour entschieden. Unser Hausberg, der Breitenberg, ist über viele Wege direkt erreichbar. Eigentlich würde ich ja den direkten Weg Steinach Skizentrum – Tiroler Stadl – Taufat bevorzugen, aber da muss man im oberen Bereich durch Hüfthohe Pfotschen (Kiefern), die einem die Hose recht schnell pflatschnass machen. Ein etwas weiter Weg, aber ein wirklich schöner führt von der Fallmühle im Achtal über den gesamten Seitenausläufer des Breitenbergs. Sicher nicht der kürzeste, aber ein Weg der Freude macht.

Um 8 regenets, um 9 hörts auf, um 10 laufe ich dann los. Durchs Dorf bis insIm Gschön alte Skistadion (Tennisplätze). Von dort gehts weiter Richtung Fallmühle. In meiner Karte ist ein Weg unterhalb der Schwarzen Wand eingezeichnet, versuch ichs mal, dacht ich mir. Zunächst ein Waldarbeiter Weg, Traktoren und Holzbeigen, dann wird der Weg immer schmaler und verliert sich schliesslich an einer kleinen Hütte völlig. Vielleicht ist es im Trockenen auch leichter zu finden, denn alles was nach einem Weg aussieht, hat sich der Berg als Bach zueigen gemacht. Ich irre ein wenig durch den Wald und überquere über einen kleinen Trampelpfad die erste Rinne, an der zweiten Rinne weiss ich nicht mehr wohin und gehe einfach den Hang nach oben. Nach vielleicht 25 Höhenmetern erreiche ich den Alpweg, der Quer über den gesamten Berg Der Abzweig zur schwarzen Wandverläuft und bin erstmal erleichtert. Dann fängts aber auch schon an zu regenen. Du hast es so gewollt, denke ich mir und gehe auf dem Alpweg ein Stück weiter bis zum Abzweig des Breitenbergwegs, hier ist dann auch alles ausgeschildert. Im Nachhinein wäre ich vermutlich schneller gewesen, wenn ich direkt zur Fallmühle gelaufen wäre, aber was solls.

Jetzt gehts in Serpentinen steil nach oben bis man auf etwa 1.400 Meter den Breitenberggrad erreicht. Von dort hat man zum ersten mal einen wunderschönen Blick die Felsen hinunter zur Fallmühle und hinüber ins Himmelreich bis zum vorderen Gipfel des Kienbergs. Von nun anNebel und Regen erzeugen eine einzigartige Stimmung geht es nur noch schwach aufwärts den Grad entlang, immer wieder kommt man bis zum Felsabbruch an die Kante und kann steil hinunter isn Tal blicken. Das geht nun einige Zeit so, bis man die fehlenden 400 Höhenmeter bis zum Gipfel überwunden hat.

Viel Ausblick gibt es heute leider nicht und Gipfel gibt es sowieso keinen Richtigen, da die Ostlerhütte samt Terasse und Anbauten dort oben sämtlichen Platz in Anspruch nimmt. Ein Leica-Gipfelkreuz und irgendwelche Metallantennen, aber auch der Christ kommt nicht zu Was auch immer das istkurz, auf der anderen Seite steht auch noch ein Kruzifix. Ich ziehe mich noch schnell um und freue mich auf Bier und Kuchen in der Hütte und vor allem den Kachelofen, der wärend meiner Pause, die Sachen wieder trocknen soll.

Lang halte ich es aber nicht aus und ich verabschiede mich wieder. Flott sprinte ich den Berg hinab bis zum Sessellift, der heute nicht in Betrieb ist und weiter zur Bergstation Breitenbergbahn. Unterwegs habe ich mir noch gedacht, so nass wie du bist und bei dem Sauwetter, fährste mal Gondel runter, is eh unangenehm für die Füsse. Aber die 9 Euro, die ich auf dem Schild lese, lassen mich das ganze schnell vergessen. Für das Geld kann ich noch 2 mal in der Ostlerhütte einkehren…das sollen die Leute bezalen, die es wirklich nötig haben. Der Weg von der Bergstation ist nicht besonders anprechend, zunächst Fahrweg, dan einTolles Farbenmeer kurzes Stück alte Serpentinen, die man früher auch mit den Ski gefahren ist, und dann wieder zurück auf die öden Serpentinen unter der Breitenbergbahn. Für Montainbiker eine angenehme Strecke, aber als Fussgänger kein grosser Spass. Ich bereue es, dass ich nicht über den Reichenbach runtergelaufen bin, aber das wäre bestimmt eine Stunde Umweg geworden.

An der Breitenbergbahn Talstation lasse ich mich abholen, nass und erledigt.

Details:

  • Am 07.06.2008
  • Dauer: 5 Stunden
  • Höhenmeter +1050
  • Gipfel: Breitenberg (1838 m)
  • Einkehrmöglichkeiten: Ostlerhütte (1838 m), Hochalphütte (1510m), Berghaus Allgäu (1500 m)
  • Ausserdem könnte man sich mit der Breitenbergbahn den Abstieg sparen. Das Sparen kostet aber für meine Begriffe etwas zu viel 🙂

Weitere Bilder sind auf Seite 2 zu finden.

Breitenberg GPS-Track (gpx)

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