Edelsberg Überschreitung

Edelsberg Überschreitung

Da die Schneelage noch keine grösseren Gipfel zulässt, war die erste Tour des Jahres eine der Pfrontener Standardrunden: Über die Gundhütte zum Edelsberg, von dort weiter zum Alpspitz und über Kappeler Alm und Maria Trost wieder hinunter. In Nesselwang konnte ich dann direkt noch meine Verwandschaft besuchen und wurde von meiner Schwester abgeholt. Die etwa 14 km lange Tour ist nicht sonderlich anspruchsvoll und die Wege leicht zu finden. Das Wetter war traumhaft und der Sonnenbrand blieb nicht aus.

Mein Weg beginnt in der Meilingerstrasse über den Kirchberg nach Pfronten-Halden/Röfleuten. Dort am Parkplatz des Sonnenlifts beginnt der Weg zur Gundhütte. Zunächst die Piste nach oben, erreicht man den Fahrweg. Nach ein paar Serpentienen erreiche ich ein Holzkreuz mit einem wunderschönen Blick auf Pfronten. Ich überhole einige Familien und eine Gruppe Senioren, die wohl alle nur zur Gundhütte unterwegs sind.

Wenige Minuten später sieht man schon den Abzweig Richtung Edelsberg. Man könnte auch bis zur Gundhütte wandern und von dort Richtung Dinser Hütte/Edelsberg gelangen. Ich ziehe den schönen Pfad durch den Wald vor, auf den man nach einem kurzen Stück Holzfällerweg abiegt. Ein kleines Schild mit roter Bemalung weist mir den Weg.

Ich erreiche den Fahrweg zur Dinserhütte, der noch ordentlich mit Schnee bedeckt ist. Der Schnee ist glücklicherweise noch nicht zu weich und ich sinke nicht zu sehr ein. Immer wieder sehe ich die Dinser Hütte durch die Bäume.

Kurz vor der Hütte geht rechts der Weg Richtung Gipfel ab. Da der Weg im Schatten der Bäume liegt, ist er noch ordentlich mit Schnee bedeckt. Ich wähle meine eigene Route nach oben über den Südhang, das holperige Gras ist mir lieber als der Schnee. Kurz unter dem Gipfel erreiche ich wieder den normalen Weg.

Oben angekommen versuche ich mit meinem Stock den Schnee zu messen. Knapp 1,5 Meter auf 1650 Meter Anfang Mai. Ich lese ein bisschen im Gipfelbuch und trage mich selbst ein. Ein paar Müsliriegel gibts zur Stärkung.

Ich entdecke noch ein Birkhuhn, das, von mir wenig beeindruckt, wenige Meter unterhalb im Gras herumpickt. Nordseitig führt der Weg zu einem Sattel zwischen Edelsberg und Alpspitz. Der steile Abstieg dorthin geht recht flott, da noch ordentlich Schnee liegt und man mit Stöcke und geschickter Beinarbeit wie von selbst hinuntergleitet. Dass ich zwei-drei Mal auf dem Hosenboden lande, kann ich nicht verhindern.

Weiter gehts zum Alpspitz, der nicht ganz so hoch ist. Vom Sattel aus ist man in wenigen Minuten oben. Hier bin ich nun nicht mehr so allein, wie noch am Edelsberg. Auf dem Gipfel sind einige Grüppchen am Brotzeiten. Viel Zeit verbringe ich hier nicht und gehe wieder zurück zum Sattel und gehe einfach grob Richtung Sportheim Böck. Den Weg hätte ich mit dem vielen Schnee sowieso nicht gefunden.

Trio sorgt für Stimmung auf der Kappeler Alm
Trio sorgt für Stimmung auf der Kappeler Alm

Ich sehe, dass die Nesserlwanger Alspitzbahn läuft, das Sportheim Böck hat allerdings noch geschlossen. Weiter gehts also Richtung Kappeler Alm. Unterwegs höre ich immer wieder kurze Jodelfragmente durch den Wald und bin zuversichtlich, dass ich dort mein wohlverdientes Weissbier bekomme. Je näher ich komme, desto lauter wirds. Achja, Sonntags gibts dort oft Live-Musik.

Von der Kappeler Alm zur Wallfahrtskirche
Von der Kappeler Alm zur Wallfahrtskirche

Die ganze Terrasse ist voll besetzt, einen Platz am Rand bekomme ich aber noch. Ich höre mir zwei-drei Lieder an und mache mich auf den Weg Richtung Maria Trost. Wieder ein Pfad durch den Wald mit allerhand Holztreppen und Hennenleitern, unterwegs überhole ich einen Japaner in Turnschuhen, der versucht Schnee und Pfützen auszuweichen, um sich nicht dreckig zu machen. Ich leihe ihm kurz meine Stöcke und halte seine Kamera. Er macht ein Foto von mir und ich gehe weiter.

Kurze Zeit später erreiche ich die Wallfahrtskirche Maria Trost, ein Schild an der Fassade weist auf das 350 Jahr-Jubiläum hin. Ich schau nur kurz rein und gehe weiter über den Kreuzweg nach unten. Kreuzweg deshalb, weil es alle paar hundert Meter Bild und Spruch zum Leidensweg Jesu gibt. Da ich mich an der Alpspitzbahn verabredet habe, blieb keine Zeit mehr für einen Abstecher zur Nesselburgruine oder über den Nesselwanger Wasserfall.

1658-2008 - 50 Jahre Wallfahrt Maria Trost
1658-2008 – 50 Jahre Wallfahrt Maria Trost

Eine sehr schöne Tour mit allerhand verschiedenen Aspekten und auch abwechslungsreich, da es zig Varianten und Abstecher gibt. Möchte man wieder zum Ausgangspunkt, zum Sonnenliftparkplatz, gelangen, so gibt es auch dafür eine Lösung. Von der Kappeller Alm führen (mindestens) drei Wege nach Pfronten-Kappel von dort man über einen Höhenweg wieder nach Halden/Röfleuten gelangt. Ansosten fährt auch Bus und Bahn von Nesselwang wieder zurück nach Pfronten.

Details:

  • Am 04.05.2008
  • Dauer: Gut 5 Stunden mit Pausen
  • Länge: ca. 14km
  • Gipfel: Edelsberg (1630 m), Alpspitz (1575 m)
  • Hütten: Gundhütte (1180 m), Dinser Hütte (1493 m), Sportheim Böck (1500 m), Kappeler Alp (1350 m)
  • Höhenmeter: +900m

Eine Bildergalerie mit weiteren Bildern gibt es auf Seite 2

Edelsberg GPS-Track (gpx)

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