Rauth – Leilachspitze – und zurück

Rauth – Leilachspitze – und zurück

Super HerbststimmungDie wahrscheinlich letzte Tour diese Saison führt mich auf die Leilachspitze und zwar übers Birkental von Rauth.

Da ich bei meiner Jubiläumstour den Weg über die Leilachspitze nicht gewagt hatte, musste ich das jetzt noch nachholen.

Die Entscheidung übers Birkental zu gehen fiel mir nicht schwer, denn den Weg kannte ich bisher nur im Sommer und im Herbst sollte das Tal noch eindrucksvoller sein.

Los gings in der früh um acht am Parkplatz in Rauth, das Wetter war perfekt…

Zunächst geht es eine Fahrstrasse entlang, die dann schliesslich vor dem Grottental ein Ende findet. Die farbigen Laubbäume und die Morgensonne im Rücken bieten ein unbeschreibliches Farbenspiel. Nach etwa 45 Minuten erreicht man dann einen schmalen Pfad der an immer steileren Hängen hinein ins Grottental führt. Das Grottental ist eine kleine Klamm, die aber im Sommer und Herbst wohl nicht sehr viel Wasser führt.Auch das Wetter scheint mitzuspielen

Steil und eng wird es trotzdem und deshalb wurden auch ein Stahlseil und wenige Holzsicherungen installiert. Abenteuerlich und faszinierend schön. Nach dem kurzen Ausflug führt der Pfad durch den Wald hinunter zum Weissenbach, dem Bach des Birkentals. An einer breiten Stelle ist auch schon der Abzweig zur Leilachspitze, der über den Gegenhang in das „Weissenbacher Notländ“, das Kar unter dem Gipfel, der Leilachspitze führt. (Das Birkental führt in das weitaus grössere „Gappenfälder Notländ“).

Der Weg ist bestens, neu markiert und führt zunächst in die falsche Richtung. Man geht zunächst ein gutes Stück Talauswärts, bis dann der Weg wieder Richtung Leilachspitze einschlägt. Der Weg ist stellenweise felsig, teils aber auch auf angenehmen Waldboden zu gehen.

Hat man die Kurve vollends ausgelaufen und genug Höhe gemacht, gelangt man in den Einschnitt, Einfach wunderschöndurch den man ins andere Kar gelangt. Ein interessanter kleiner Bach wird überquert und kurze Zeit später erreicht man die Überreste einer alten Alm, die zu einer kurzen Rast einladen und man kann einen tollen Blick auf die Felsen werfen, die einen riesen Kessel bilden an dessen Boden man sich gerade befindet.

Ein ein paar Gämsen lassen sich Blicken, während der Weg in einer Rechtskurve durch das Ende der Geröllhalden führt. Jetzt ist auch erst erkennbar wo der Weg hinführen wird. Ein gutes Stück rechts des Gipfels ist ein Grasshang nur wenig mit Geröllbedeckt und führt zu einer Scharte, über die man den Grat erreichen wird.

Im Zickzack gehts den Grashang nach oben, der zunehmend steiler und felsiger wird, ausgespülte Rinnen mit Sand und Geröll machen die Sache nicht gerade leichter. Meine Krücken (Skistöcke) packte ich dann auch an den Rücksack, damit ich auch mal mit den Händen zulangen konnte. Im oberen Teil ist es dann allerdings mehr Fels als Geröll und man kommt gut bis nach oben. Auf der Scharte angekommen, sieht man zum ersten mal wieder zur Lachenspitze, die sich am anderen Ende des Hier gehts rauf zum GratGappenfelder Kars empor streckt.

Ab jetzt geht es teils auf dem Grat, teils ein Stück darunter Richtung Gipfel. Es ist bei weitem nicht so Steil wie von mir angenommen und es gibt eigentlich nur wenige Stellen wo Handarbeit gefragt ist. Zu unterschätzen ist der Weg dennoch nicht, das viele lose Geröll an den ausgesetzten, teils senkrecht abfallenden, Hängen erfordert hohe Aufmerksamtkeit. Ein paar kleine Schneereste zwingen zwar noch nicht zu Gamaschen, sind aber Stellenweise fast Kniehoch und Unberechenbar, also wenn möglich zu vermeiden.

Nach zwei drei kleinen Kraxeleinlagen steht man dann auch schon fast auf dem Gipfel, eine letzte Spalte gilt es noch zu meistern, stellt aber auf den zweiten Blick erst Recht kein Problem dar. Nach erreichen des hässlichen ungewöhnlichen Gipfelkreuzes, wars aber auch schon vorbei mit meiner Freude, das Wetter hat Wolken um die Gipfel geblasen und so sah ich bis auf 20 Meter Fels auf allen Seiten rein garnichts.

Von meinem Plan der Überschreitung bringt mich das aber auch nicht ab, also gehts auf der anderen Seite wieder hinunter. Dieser Weg hat es im oberen Teil allerdings in sich, nicht ungewöhnlich schwer ...schon schönere gesehenoder dergelichen, nein, es ist wie eine Kiesgrube hinunterlaufen, in der immer wieder scharfe Felszacken und Stufen das Geröll unterbrechen. Aufgrund der schlechten Sicht war eine gepflegte Geröllabafahrt also auch nicht drin, man will ja schliesslich niemandem unter einem die Steine auf den Kopf werfen. Also Vorsichtig hinabtasten. Hat man die Rinne gepackt (was für ein Graus das Bergauf sein muss…) gehts weiter über die Felszacken von der Leilach- bis (fast) vor zur Lachenspitze.

Am Anfang über, später am Hang darunter entlang. Sicher ein faszinierender Anblick, bei mir wars wolkig und drunten im Lechtal schien die Sonne. Vorbei an den Krotten- und/oder Luchsköpfen (jede Karte sagt was andres) bis man schliesslich eine Scharte erreicht, die einen insBlick zurück zum Durchstieg Gappenfelder Notländ  führt und weiter zum Abzweig Lachenspitze/Landsbergerhütte/Birkental. Der Weg aus dem Birkental nach Rauth war leider durch den Almabtrieb etwas überstrapaziert und daher matschig und glitschig.

Da die Sonne im Herbst leider schon gegen 19 Uhr untergeht, musste ich ein ordentliches Tempo gehen um rechtzeitig wieder am Auto zu sein. (den oberen Weg durchs Birkental werde ich in der Jubiläumstour beschreiben)

Alles in allem waren es gut 20 Kilometer bei +1500 Höhenmetern für die ich rund neun Stunden gebraucht habe. Nichts für schwache Beine.

Weitere Bilder sind auf Seite 2 zu finden.

Details:

  • Am 09.10.08
  • Gipfel: Leilachspitze (2.276 m)
  • Höhenmeter: 1.450m
  • Wegstrecke: ~20 km
  • Einkehrmöglichkeiten: Landsberger Hütte (nur mit Umweg, DAV), Klein Meran in Rauth

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