Bildkomposition – ein Abend im Finsteren Tal

Bildkomposition – ein Abend im Finsteren Tal

Eine durchdachte Bildkomposition unterscheidet einen einfachen Schnappschuss von einem gutem Foto, das auch wirkt. Ich bin fotografisch leider noch nicht mit der natürlichen Gabe des perfekten Blicks gesegnet. Also muss ich erstmal lernen meine Umgebung zu analysieren und das Foto das ich schießen und herzeigen möchte, erstmal finden.

Das Pfingstwochenende habe ich einen Abend im nahe gelegenen Finsteren Tal in Pfronten verbracht, um in Ruhe nach den guten Bildern zu suchen. Ich möchte euch gedanklich mit einem Foto kurz erläutern, wie ich dabei die Objekttrennung (engl. separation) habe einfließen lassen.

Die Szenerie

Ein Schuppen, ein prominenter Baum und mehrere kleinere Bäume und Sträucher vor einer Hügelkette, Berge im Hintergrund.
Ein Schuppen, ein prominenter Baum und mehrere kleinere Bäume und Sträucher vor einer Hügelkette, Berge im Hintergrund.

Trotz der Abendstunden war der Himmel leider etwas unspektakulär. Vor mir erstreckt sich eine große hügelige Wiese, teils gemäht, ein alter Bauernstadl und eine überschaubare Zahl Bäume. Darunter ein sehr auffälliger, mächtiger Baum. Im Hintergrund zieht sich die bewaldete Saloberkette mit der Falkensteinburg und weiter folgend die größeren Berge der Ammergauer Alpen, wie dem Säuling. Der Stadl und der große Baum sollte es werden. Von meiner Position aus im Sucher aber noch sehr unspannend.

Bildkomposition – Objekttrennung

Bild 1 und 2 zur Objekttrennung

Irgendwie mussten die Objekte der Begierde herausgestellt werden und mehr Gewicht im Bild gegeben werden. Hier kommt das Konzept der Objekttrennung ins Spiel: Über Kontrast, Farbe, Tiefe, Fokus, Linien, Formen, die Objekte für den Betrachter klar voneinander zu Trennen und ansprechend im Bild zu platzieren. Hier im Bild dargestellt seht ihr die Objekte und welche Konflikte Ich gerne vermeiden wollte. In jedem Fall soll der Bauernstadl vom großen Baum getrennt werden und beide Objekte sollen auch möglichst nicht mit anderen Bildobjekten kollidieren. Andere Störfaktoren, waren im ersten Bild noch eine weitere, abgeschnittene Hütte und der Bergansatz im Hintergrund, der zu klein ebenfalls vom eigentlichen Bild ablenkt. Im zweiten Bild wurden dann die meisten Kollisionen „behoben“, ganz zufrieden war ich aber noch nicht.

Das Ergebnis

Als Ergebnis kann ich nun 2 Aufnahmen vorzeigen, beide wegen der unspektakulären Beleuchtung wenig Aufregend, aber Ich war beim Entwickeln der Bilder richtig begeistert darüber, wie das absolut analytische Vorgehen bei meinem kleinen Abenteuer zu sehr ausgewogenen und stimmigen Bildern geführt hat.

Hütte, Baum, das wesentliche

 

alles mit dabei, der Säuling, der Falkenstein, die zweite Hütte und meine beiden Objekte

Zum einen eine Annäherung mit Reduzierung auf die wesentlichen Objekte, zum anderen eine Weitwinkelaufnahme, in der ich versucht habe, alle Konflikte zu beseitigen und meine beiden Objekte als Bildanker zu verweden, um die ich die restliche Umgebung aufbaue.

Für den Profi oder routinierten Amateur sicher keine Offenbarung, aber für mich als DSLR-Anfänger ein großer Schritt auf einem noch viel größerem Weg.

Viele Grüße

Korbinian

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