Vergleich Objektive: Nikon 50 mm 1.8 – Nikon 18-55 mm 1:3.5-5.6 – Sigma 17-50mm f/2.8

Vergleich Objektive: Nikon 50 mm 1.8 – Nikon 18-55 mm 1:3.5-5.6 – Sigma 17-50mm f/2.8

 

Die Objektive im Vergleich

Der Markt an Objektiven für die Nikon DX Serie ist nicht nur sehr groß, sondern ebenso unüberschaubar und für mich als Anfänger sind auch viele der Reviews leider nicht unbedingt aussagekräftig. Als direktes Upgrade für das Nikon AF-P 18-55 mm Kit Objektiv habe ich mich für ein Sigma 17-50 mm f/2.8 entschieden. Als kompakte und lichstarke Festbrennweite habe ich mir dazu ein Nikon AF-S 50 mm f/1.8 ausgesucht. Nun gilt es die Stärken und Schwächen der einzelnen Objektive zu lernen, um sie entsprechend sinnvoll einsetzen zu können. Dazu habe ich einige Vergleichsaufnahmen mit äquivalenter Brennweite in verschiedenen Blendenstufen aufgenommen, um die Objektive miteinander zu vergleichen.

Die Objektive im Vergleich

  • Nikon AF-S 50 mm 1:1.8 G
  • Nikon AF-P DX 18-55 mm 1:3.5-5.6 G VR (Kit-Objektiv)
  • Sigma 17-50 mm f/2 8 EX DC OS HSM
  • Nikon AF-S DX 55-200 1:4-5.6 G ED VR
  • dazu Vergleichsaufnahmen mit meiner alten Canon Powershot G9

Vergleichsparameter

Die Vergleichszene auf dem Balkon

Für die Aufnahmen habe ich ein paar Objekte auf meinem Balkon in etwa 2 Metern Abstand platziert, den Plüschbären fokussiert und mit Zeitautomatik nacheinander die Objektive in verschiedenen Blendenstufen bei ISO 100 abgearbeitet. Für die Auswertung wurden alle Entwicklungstools in Lightroom deaktiviert und die vergleichbaren Ausschnitte in Photoshop aus 1:1 Crops zusammengesetzt.

Ich bin kein großer Freund von Pixel für Pixel Analysen, mir geht es in erster Linie um den Gesamteindruck, den das Objektiv im Bild hinterlässt, dazu gehören charakteristische Farbränder und die vergleichbare Schärfe der Objektive. Man sollte sich im klaren sein, dass man mit 95% seiner Aufnahmen niemals die 1:1 Pixel der 24 Megapixel benötigt.

Im ersten Teil möchte ich hauptsächlich das Verhalten der Objektive im direkten Bildvergleich besprechen, weitere Details folgen in einem zweiten Abschnitt. Auch möchte ich noch 1-2 Aufnahmereihen insb. bzgl. Vignettierung und Verzeichnung anfertigen.

Die Bilder sprechen ansonsten hoffentlich für sich selbst.

Der Bär (Bildmittel- und Fokuspunkt)

Der erste Ausschnitt befindet sich in der Bildmitte und auf den Kopf des Bären wurde fokussiert. Das Sigma verfehlt den exakten Fokuspunkt dabei reproduzierbar um gut einen Zentimeter nach hinten. Merklich detailreicher sind sowohl die Fixbrennweite, als auch das Sigma gegenüber den günstigen Kit Objektiven. Das Nikon 50 mm produziert dabei ein etwas weicheres Bild.
Randnotiz: die Festbrennweite blendet „nur“ bis f/16 ab, für etwas extremere Lichtexperimente lässt sich also bei 50 mm sehr gut das Kit Objektiv einsetzen. Ebenso hat es mit der AF-P Motorisierung den schnellsten und leisesten Autofokus.

Nikon vs. Sigma bei f/2.8
Ausschnitt bei f/5
Vergleich bei f/5
Vergleich bei f/8
maximale Blende – hier bestimmt dann schon die Blende die Auflösung

Der Meterstab (Unschärfebereich)

In diesem Teil der Aufnahme sieht man insbesondere am Meterstab recht anschaulich den Schärfebereich, hier fällt nochmal deutlich der Fokusshift des Sigmas auf. Das 50 mm Prime war als einziges Objektiv in der Lage die Milimeterskala aufzulösen. Auffällig sind die unterschiedlichen Farbfehler der Objektive. Das 50 mm Nikon produziert einen sehr ausgedehnten, gleichmässigen Grün/Violett Saum, das Sigma einen etwas unscheinbareren Rot/Blau Fehler. Das 18-55 mm Kit Objektiv verschmiert seinen Farbfehler noch sehr weit, so erscheint der weisse Schriftzug im Hintergrund schon leicht rötlich. Der Farbfehler des Telezooms ist abseits des Zentrums schon sehr einseitig im Rot/Blau, die Auflösung aber noch ordentlich. Bereits ab f/5 ist das Sigma nahezu frei von Farbfehlern.

Ausschnitt Nikon vs. Sigma f/2.8
Nikon vs. Sigma f/2.8
Auschnitte bei f/5
Vergleich bei f/5
Detailvergleich bei f/8
Vergleich bei f/8


Fazit

Nikon AF-S 50 mm 1:1.8 G – Die Portraitlinse

Die Festbrennweite produziert ein sehr ausgeglichenes, weiches Bild ohne viel an Kontrast einzubüßen und mit hervorragender Schärfeleistung. Insbesondere für Portrait und künstlerischere Naturaufnahmen wird das wohl mein erstes Objektiv werden, auch gerade, wenn ich das schwere Sigma nicht mit rumschleppen will. Nach Jahren mit einer Zoomkamera werde ich mich erstmal darauf einlassen müssen. Die 50 mm im DX Format sind jedenfalls für  mich eine sehr natürlich wirkende Brennweite und nachdem ich anfangs noch etwas zwischen 35 mm und 50 mm überlegt habe für mich die richtige Entscheidung.

Sigma 17-50 mm f2 8 EX DC OS HSM – Schwer aber jedes Gramm Glas wert

Ursprünglich hatte ich mir das Sigma zugelegt, weil mir beim Kit Objektiv die variable Blende ziemlich auf den Keks ging. Schon nach meinem ersten Ausflug damit war ich begeistert von den schärferen und kontrastreicheren Aufnahmen. Auch wenn das Sigma mit seinen f/2.8 schon ein ordentlicher Klotz Glas vor der Kamera ist, für meine typischen Bergtourfotos ist das Teil perfekt. Etwas irritiert bin ich noch von dem etwas verschobenen Fokuspunkt, für Landschaften ist das möglicherweise sogar vorteilhaft, für Portraits eher hinderlich. Hier könnte so eine USB-Kalibrierung angesagt sein.

Nikon AF-P DX 18-55 mm 1:3.5-5.6 G VR (Kit-Objektiv)

Das Kit Objektiv kommt optisch natürlich nicht ganz mit den etwas teureren Linsen mit, ist dafür extrem leicht und klein. Der leise Autofokus und den immer verfügbaren Fokusring (ist vom Motorgetriebe entkoppelt) macht es außerdem zur perfekten Videolinse. Wie schon erwähnt, die variable Blende waren am Ende der ausschlaggebende Punkt das Objektiv möglichst bald zu ersetzen. Mit der Abbildungsleistung selbst hätte ich ansonsten recht gut leben können.

Nikon AF-S DX 55-200 mm 1:4-5.6 G ED VR

Das Plaste-Telezoom passt natürlich nicht so ganz in diese Liste, denn es ist in erster Linie ein Objektiv, dass für die Ferne angeschafft wurde und weniger als Konkurrenz in der 50 mm Klasse und das tut es erstmal auch. Insbesondere Abseits des Zentrums ist das Objektiv bei 55 mm recht unruhig, aber durchaus brauchbar. Auffällig sind bei diesem Objektiv andere Dinge, die ich aber getrost ignorieren kann: Der Autofokus ist laut, das Bild „atmet“ sehr stark beim fokussieren (die Brennweite ändert sich) und der Bildstabilisator gibt ein Marderschreck ähnliches fiepen von sich. Für ein Telezoom, dass mich weniger gekostet hat, als meinen Zweitakku, perfekt.

Canon Powershot G9

Als ich das erste Mal die Bilder nebeneinander hatte in Photoshop hatte ich Tränen in den Augen. 12 Megapixel in einem Magnesiumgehäuse mit einer f/2.8 Linse und optischem Sucher waren für mich damals das beste überhaupt. Bis ich mir eine Sony RX100 leisten kann, bleibt die Kamera trotzdem in meiner Hosentasche.

Vielleicht hilft dieser kleine Vergleich dem ein oder anderen ebenfalls. Mir jedenfalls helfen solche Vergleiche die Grenzen meines Equipments zu verstehen und für die Zukunft zu lernen.

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